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Warum viele Kataloggrundrisse im Alltag scheitern und weshalb das kein Zufall ist. Die richtige Grundrissplanung beim Hausbau

Comic zum Thema des Blogartikels.

Der Grundriss sieht gut aus. Die Küche ist groß, das Wohnzimmer offen und die Fenster lassen jede Menge Licht ins Haus. Auf den ersten Blick wirkt alles stimmig.

Genau deshalb werden viele Bauherren bei der Grundrissplanung überrascht.

Denn ein Grundriss muss nicht nur auf dem Papier funktionieren. Er muss jeden einzelnen Tag funktionieren. Morgens um halb sechs, wenn einer früher aufsteht. Nachmittags, wenn die Kinder mit nassen Schuhen nach Hause kommen. Oder abends, wenn der Staubsauger, die Getränkekisten und die Winterjacken irgendwo untergebracht werden müssen.


Viele Kataloggrundrisse sind darauf ausgelegt, möglichst vielen Interessenten zu gefallen. Das ist nachvollziehbar. Das Problem entsteht erst dann, wenn man den gezeigten Grundriss ungeprüft übernimmt.


Warum Räume auf dem Papier oft größer wirken


Schau dir einen Kataloggrundriss einmal genauer an.


Die Möbel wirken häufig erstaunlich klein. Das Sofa hat wenig Tiefe. Der Esstisch scheint kaum Platz zu benötigen. Schränke verschwinden fast vollständig aus dem Plan.


Dadurch entsteht ein großzügiger Eindruck. Im echten Leben sieht die Sache oft anders aus. Der Esstisch braucht Platz für Stühle. Das Sofa ist deutlich tiefer. Die Kommode steht nicht an der Wand, sondern ragt in den Raum hinein. Plötzlich wirken die gleichen Räume deutlich kleiner.


Deshalb solltest du bei der Grundrissplanung im Hausbau immer deine tatsächlichen Möbel berücksichtigen. Miss sie aus und zeichne sie maßstäblich ein. Erst dann bekommst du ein realistisches Gefühl für die späteren Platzverhältnisse.


Der Test, den jeder Bauherr machen sollte


Nimm deinen Grundriss zur Hand und laufe gedanklich einen ganz normalen Tag durch.


Du kommst nach Hause.

Wo landen die Schuhe?

Wo hängen Jacken?

Wo stehen Schulranzen?

Wo werden Getränkekisten gelagert?

Wo findet der Staubsauger seinen Platz?


Genau an dieser Stelle zeigen sich viele Schwachstellen.


Ein großer Eingangsbereich wirkt beeindruckend. Fehlt dort aber Stauraum, entsteht schnell Unordnung. Eine kleine Garderobennische oder ein separater Abstellbereich wirken auf dem Plan unscheinbar, verbessern den Alltag jedoch enorm.


Gute Grundrissplanung bedeutet deshalb nicht, möglichst große Räume zu schaffen. Gute Grundrissplanung bedeutet, den vorhandenen Platz sinnvoll zu nutzen.


Die Morgenroutine verrät Schwächen sofort


Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die täglichen Abläufe.

Viele moderne Grundrisse platzieren das Bad direkt neben dem Schlafzimmer. Das wirkt elegant und komfortabel.


Doch was passiert, wenn einer um 5:30 Uhr aufsteht und der andere noch schläft?

Wie laut ist die Dusche?

Wo fällt Licht durch Türen oder Fenster?

Welche Wege werden nachts zurückgelegt?


Ähnlich sieht es in der Küche aus. Zwischen Kühlschrank, Spüle und Kochfeld entstehen jeden Tag zahlreiche Wege. Stimmen diese Abläufe nicht, fällt das zunächst kaum auf. Nach einigen Monaten nervt es jedoch dauerhaft.


Deshalb lohnt es sich, den Grundriss nicht als Zeichnung zu betrachten, sondern als Bühne für euren Alltag.


Stauraum wird fast immer unterschätzt


Kaum ein Thema wird bei der Hausplanung so häufig unterschätzt wie Stauraum.

Auf dem Papier braucht niemand Platz für Weihnachtsdekoration, Getränkekisten, Werkzeug, Koffer, Putzmittel oder Winterkleidung.


Im echten Leben schon.


Deshalb solltest du frühzeitig überlegen:

  • Gibt es einen Hauswirtschaftsraum mit ausreichend Fläche?

  • Ist eine Speisekammer sinnvoll?

  • Gibt es Abstellflächen unter der Treppe?

  • Wo werden Staubsauger und Putzutensilien gelagert?

  • Welche Dinge sollen im Alltag schnell erreichbar sein?


Oft reichen bereits wenige zusätzliche Quadratmeter an der richtigen Stelle aus, um den Wohnkomfort deutlich zu erhöhen.


Checkliste für deine Grundrissplanung beim Hausbau


Bevor du dich für einen Grundriss entscheidest, solltest du diese Punkte prüfen:

  1. Wo befinden sich Garderobe, Vorräte und Abstellflächen?

  2. Sind die Laufwege im Alltag logisch und kurz?

  3. Passen eure tatsächlichen Möbel in die vorgesehenen Räume?

  4. Liegen laute und ruhige Bereiche sinnvoll voneinander getrennt?

  5. Bietet der Grundriss genügend Flexibilität für spätere Veränderungen?

  6. Sind Anpassungen und Sonderwünsche bereits im Budget berücksichtigt?


Das beste Haus ist nicht das schönste Haus


Ein guter Grundriss muss nicht spektakulär aussehen.

Er muss zu euch passen.


Die schönsten Häuser entstehen selten dadurch, dass ein Kataloggrundriss unverändert übernommen wird. Sie entstehen, wenn Bauherren den Standard als Ausgangspunkt nutzen und ihn an ihre Gewohnheiten, Abläufe und Bedürfnisse anpassen.


Deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Nicht die Perspektive im Katalog entscheidet darüber, wie gut ihr wohnt.

Sondern die vielen kleinen Entscheidungen, die euren Alltag jeden einzelnen Tag leichter machen.


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