Hausbau-Bullshit-Bingo: Wie viele Gedanken-Fehler habt ihr beim Hausbau schon gemacht?

„Der andere Anbieter macht das günstiger.“
„Die Zinsen gehen bestimmt bald wieder runter.“
„Mein Schwager kennt sich da aus.“
„Wir müssen erstmal eine Nacht drüber schlafen.“
Wenn ihr gerade ein Haus baut, habt ihr vermutlich mindestens zwei davon schon gesagt oder gedacht. Vielleicht sogar alle?
In unserer neuen Podcastfolge haben wir daraus kurzerhand ein Hausbau-Bullshit-Bingo gemacht. Zu Gast: Steffen Brückner. Und mittendrin natürlich Rosa, Steffens Hündin, die zwar keine Finanzierung berechnen konnte, dafür aber zuverlässig für gute Stimmung gesorgt hat.
Zwischen Bullshit und echten Aha-Momenten

So lustig das Bingo war, hinter vielen dieser typischen Sprüche steckt ein ziemlich ernstes Thema.
Denn beim Hausbau sind es selten die ganz offensichtlichen Fehler, die später richtig teuer werden. Häufiger sind es kleine Annahmen, die sich im ersten Moment vollkommen logisch anhören.
„Das Haus kostet erstmal nur X.“
„Die Nebenkosten rechnen wir später.“
„Die Zinsen werden schon wieder sinken.“
„Die Rate zahlen wir doch erst, wenn wir einziehen.“
Klingt erstmal plausibel. Kann aber ziemlich schnell teuer werden.
Und genau darüber haben wir gesprochen.
Der günstigere Anbieter ist nicht automatisch günstiger
Ein Klassiker im Hausbau:
„Anbieter B ist 20.000 Euro günstiger.“
Super. Oder?
Vielleicht.
Denn bevor ihr jubelt, solltet ihr schauen, was ihr für die 20.000 Euro Unterschied tatsächlich bekommt.
Sind wirklich die gleichen Leistungen enthalten? Gleiche Ausstattung? Gleiche Planung? Gleiche Nebenleistungen? Gleiche Qualität?
Beim Hausbau Preise zu vergleichen ist sinnvoll. Einzelne Zahlen aus Angeboten herauszupicken und miteinander zu vergleichen, kann dagegen ziemlich in die Hose gehen.
Oder, wie wir es im Podcast wahrscheinlich etwas weniger fachlich formuliert haben: Hausbau-Bullshit-Bingo.
„Wir wollen erstmal wissen, was das Haus kostet“
Auch diesen Satz kennen vermutlich alle, die schon einmal ein Hausangebot angefragt haben.
Das Problem: Ein Haus hat leider keinen Preis wie eine Pizza.
Ob Bodenplatte oder Keller, Grundstück, Ausstattung, energetischer Standard, Eigenleistungen und viele weitere Punkte verändern die Rechnung.
Eine schnelle Zahl am Telefon kann deshalb zwar beruhigend wirken. Sie ist aber noch lange keine belastbare Kalkulation.
Je genauer ihr eure Wünsche und Rahmenbedingungen kennt, desto sinnvoller wird der Preis.
Und dann wären da noch die Zinsen...
„Wir warten noch. Die Zinsen gehen bestimmt wieder runter.“
Kann sein.
Vielleicht aber auch nicht.
Und während man auf den perfekten Zinssatz wartet, verändern sich möglicherweise Baukosten, Grundstückspreise, Förderungen oder die eigene Lebenssituation.
Das bedeutet nicht, dass jeder sofort bauen sollte.
Es bedeutet nur: Eine Bauentscheidung sollte nicht ausschließlich von der Hoffnung auf einen bestimmten Zinssatz abhängen.
Denn manchmal ist die vermeintlich bessere Finanzierung am Ende gar nicht die günstigere Entscheidung.
Die Rate beginnt nicht erst mit dem Einzug
Noch so ein Klassiker.
Das Haus ist noch nicht fertig, die alte Wohnung wird noch bezahlt und plötzlich laufen bereits Finanzierungskosten.
Denn während der Bauphase kann bereits Geld aus dem Darlehen abgerufen werden. Dafür fallen Zinsen an. Je nach Finanzierung können später auch Bereitstellungszinsen dazukommen.
Kurz gesagt:
Euer Finanzierungsplan sollte nicht erst mit dem ersten Abend auf der eigenen Couch beginnen.
Unser Fazit nach dem Bullshit-Bingo

Wir hatten in dieser Folge definitiv unseren Spaß. Mit Steffen, mit den Sprüchen und natürlich mit Rosa.
Aber hinter dem ganzen Quatsch steckt eine ziemlich wichtige Erkenntnis:
Beim Hausbau solltet ihr nicht versuchen, möglichst schnell eine Antwort zu bekommen. Ihr solltet versuchen, die richtige Frage zu stellen.
Was ist wirklich im Preis enthalten?
Was kostet mich das Projekt insgesamt?
Wie sieht meine Belastung während der Bauphase aus?
Was passiert nach der Zinsbindung?
Und vor allem:
Passt das alles eigentlich zu unserem Leben?
Denn genau darum geht es am Ende.
Nicht darum, beim Hausbau-Bullshit-Bingo möglichst viele Felder abzuhaken.
Sondern darum, nachher nicht feststellen zu müssen, dass ein Spruch vom Bingo plötzlich 20.000 Euro kostet.
Also: Hört euch die Folge an.
Es gibt viel zu lachen, einiges zu lernen und mit etwas Glück hört ihr auch Rosa durch den Raum streifen.
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